Rosen
 

Rosen, die ich gepflückt
warten in meinen Händen,
daß sie verwelken dürfen
in Deiner Vase.

Rosengarten ... gibt es
größere Gegensätze in einem
Wort vereint?

Meine Rose willst nicht warten,
willst verwelken,
bevor der Becher Tau getrunken,
hast du dein frühes Grab gefunden.

Stacheln stecheln
zarte Haut
berührt das feine Blütenblatt
im grünen Kelch
quillt sie heraus
beugt sich hinüber bis sie
fällt.

Im Innern, nein im Innersten verborgen
zur Entfaltung eingekauert reif
wächst es heran das zarte rosa Blatt
der Blüte und will noch warten, muß hinaus
zur Sonne hin sich strecken.

Rosenwasser - Duft gefangen
entströmt er dir mit immer
neuen Schauern, wird immer
wieder neu geboren, da er so
zart ist an ein Ende nicht zu denken.

Das Auge sucht verloren
Halt zu finden im Inneren nach
außen gezogen von der Vollendung
sucht es den Beginn um wieder
und wieder haltlos im groben
Äußeren sich zu finden.

Wo kommst du her, du
zartes Wesen du geboren
im Schaum der grünen Krone,
fest geworden zerbrechlich
bleiches rosa Nichts
das uns erschüttern kann
mit einem müden Lächeln
auf dem verstaubten
Straßenpflaster.

Mystische Rose was
ist dein Geheimnis das du
seit Jahrtausenden mit uns
teilst uns offenbarst und
vor uns so verborgen hältst
daß jeder es erkennt
und es doch keiner sehen kann.

 
Copyright 1996, Stefan Krug

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Editor: Stefan Krug, letzte Änderung: 13.01.2007 - zurück zur Homepage