Zeit



Was will die Zeit mit uns
wirklich wirken
wir denken also sind wir
weit gefehlt
wo ist der Ursprung
wo der Antrieb
weit weg und doch näher als alles andere


Wozu das Leben leben
wenn nichts davon bleibt
aber ist nicht jede Sekunde,
jeder Moment genauso
vergänglich vergangen wie das Ganze
nur das Jetzt ist wahr, ist wirklich
alles andere erscheint davor danach
viel konkreter
als das einzig wahre Jetzt


Zeit hat man
zu haben
sagt man so
ganz unbedacht
Zeit hat man nie
gehabt
Zeit ist geworden
verschwunden
bevor sie
richtig entstanden ist


Lass dir Zeit
geniess dein Leben
vorbeirauschend
vorbeirauschen


Wie lange schon noch gewesen
hast du gewartet ohne dazusein
im Gedanken dort was noch nicht war
verging der Tag


Er kleckste Worte auf das Papier
ist geduldig
wie ein Maler seine Leinwand
traktiert er mit
Traktaten den weissen Grund


Gedichte verdichten vom
Dichter verdichtetes
lockeres Gedankensein
zu festem schwarzaufweiss


Die Zeit ist vergangenes
Vergangensein
Gewesenes
aus der Zukunft schnell
herbeigeeilt um
gleich wieder zu
verschwinden


Zeitlos ist der Augenblick
Losgelassen
los lass los
wills festhalten
kanns nicht lassen
doch kümmert das
den Augenblick
kein Stück


Warten heisst sich aus
dem Jetzt zu
verabschieden
bis das eintrifft
was man zu treffen
erhofft


Ja kann der nicht mal
richtig interpunktieren
zäsieren zwischen
den Worten einen
Sinn quetschen damit man sich beim
Lesen nicht ständig
im falschen gewollten Be-Zug
sitzt und feststellt
daß der schon längst
abgefahren ist, bevor
man überhaupt bemerkt
eingestiegen zu sein

Copyright 2008, Stefan Krug

--------------------------------------------------------------------------------------
Gedichte1 Gedichte2 Gedichte3 Gedichte5
 --------------------------------------------------------------------------------------
Editor: Stefan Krug, letzte Änderung: 22.03.2008 - zurück zur Homepage